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Neues Schloss Herrenchiemsee
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Neues Schloss Herrenchiemsee

Seit 1878 ließ Ludwig II. auf der Herreninsel ein Abbild des Schlosses Versailles als "Tempel des Ruhmes" für den "Sonnenkönig" Ludwig XIV. von Frankreich errichten, also ein Denkmal des absolutistischen Königtums ohne praktische Funktion. Der Architekt Georg Dollmann musste das Vorbild studieren und auch Räume rekonstruieren, die in Versailles längst nicht mehr bestanden.

Die Haupträume sind der Höhepunkt der Ausstattungskunst des 19. Jahrhunderts, ungleich prunkvoller als in Versailles. Die Fülle und Qualität der Porzellanausstattung ist ohne jeden Vergleich. Auch die Textilien sind von herausragender Qualität und einzigartiger Pracht. Ein Ideal in der Kunst des 19. Jahrhunderts, das "Vollenden" historischer Stile, hat in diesem Gebäude seine großartigste Ausprägung erfahren.

Der von Carl von Effner nach Versailler Vorbild entworfene Park sollte einen Großteil der Insel umgreifen. Bis zum Tod Ludwigs II. 1886 war nur die Mittelachse mit ihren grandiosen Wasserspielen fertiggestellt. Auch das Schloss blieb ein Torso.

Seit 2025 gehören die Schlösser König Ludwigs II. von Bayern: Neuschwanstein, Linderhof, Herrenchiemsee und das Königshaus am Schachen zum UNESCO-Welterbe.

König Ludwig II.-Museum

Das Museum widmet sich den Lebensstationen Ludwigs II. von der Geburt bis zum frühen tragischen Tod anhand von gemalten Porträts, Büsten, historischen Fotografien und originalen Prunkgewändern.

Als Mäzen des Komponisten Richard Wagner ging der König in die Musikgeschichte ein. Zu diesem Thema sind Porträts, schriftliche Dokumente sowie Theater- und Bühnenbildmodelle ausgestellt.

Die "Königsschlösser" Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee sind ebenso dokumentiert wie die anderen Bauprojekte Ludwigs II. Originale Prunkmöbel aus dem zerstörten königlichen Appartement der Münchner Residenz oder aus dem ersten Schlafzimmer von Schloss Linderhof sind Höhepunkte des Museums.

Schau- und Prunkstücke des Kunsthandwerks, vom König in Auftrag gegeben, dokumentieren den europäischen Rang der Münchner Kunst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

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